Entstehungsgeschichte




Wie ist Annies Laufstall entstanden?

In den heutigen Kindertagesstätten werden oft über 100 Kinder im Alter von 12 Monaten bis ins Schulalter betreut. Die Kinder können dann in ihrer Individualität nicht gesehen und gefördert werden, sie sind eines unter vielen.

Es bleibt kaum noch Zeit, auf die speziellen Bedürfnisse eines einzelnen Kindes einzugehen. So müssen die Kleinen schon im „Babyalter“ lernen, sich anzupassen. Sie „begreifen“ die Welt nicht mehr alleine, sondern bekommen sehr vieles nur vorgelebt. Viele ihrer Sinne können so auf der Strecke bleiben.

Diese und ähnliche Beobachtungen habe ich in meiner täglichen Arbeit als Erzieherin machen können. Ich habe die Nöte und Ängste der abgebenden Eltern beobachtet und bemerkt, dass es hier im Umkreis kaum Einrichtungen gibt, die den Eltern den frühen Wiedereinstieg in die Berufstätigkeit ermöglichen. Gerade hier im Grenzgebiet ist dies aber notwendig, in der Schweiz z.B. gibt es eine Elternzeit wie hier in Deutschland nicht.

Aus diesem Grunde habe ich mich mit einer Gruppe von damals 5 Kindern selbständig gemacht. Das war im Januar 2005. Schnell bemerkte ich den Bedarf und habe eine Wohnung angemietet und bot ab Januar 2006 eine kindgerechte Betreuung in meinem „Laufstall“ an. Da die Nachfrage nach Plätzen sehr groß war und ich dies nicht mehr allein bewältigen konnte, stellte ich 2 Erzieherinnen auf 400€ Basis an.

Durch veränderten Bedarf des Betreuungsangebots der Stadt Rheinfelden haben wir uns in die Bedarfsplanung der Stadt aufnehmen lassen und gründeten im September 2009 einen Trägerverein und beantragten die Betriebserlaubnis für eine Kinderkrippe.

Im Oktober 2010 starteten wir mit 10 Kindern in der Kinderkrippe und haben bis heute eine große Nachfrage, was uns und unsere Arbeit bestätigt und bestärkt.

Die Kinder können sich bei uns in einem familienähnlichen Rahmen, einer Kleingruppe je nach Altersstruktur, in ihrem eigenen Tempo entwickeln. 

Die Kinder haben bei uns in den Wohnungen auf je 97qm Platz sich zu entfalten und sich rundum wohl zu fühlen. Wir haben auch einen großen Hof und einen kleinen, aber feinen Garten.

Durch den Rechtsanspruch, dass 1-jährige grundsätzlich einen Anspruch auf Betreuung haben, veränderte sich wiederrum die Situation hier in Rheinfelden. Einige Einrichtungen passten ihr Angebot an und bieten nun mehr Plätze von 1- 6 Jahren an. Auch wir haben die Möglichkeit, durch den Ausbau der 2. Wohnung im 1. Stock unseres Hauses genutzt, und sind nun ein Kinderhaus, in dem Kinder von 3 Monaten bis zum Schuleintritt betreut werden.

Hierbei wird die Wohnung im Erdgeschoss von den Kindergartenkindern bewohnt und bespielt und die Jüngeren sind nun in einer eigenen Krippenwohnung im  1. Stock untergebracht. Bei  gruppenübergreifende Aktionen und Begegnungen, im Garten oder Hof haben die Kinder regelmäßig Kontakt untereinander, montags frühstücken wir immer zusammen in der Kindergartenwohnung.

Die Baumaßnahmen starteten Anfang 2013 und wir waren das ganze Jahr mit Umbauten, Handwerkern, viel Papierkram und Renovieren beschäftigt.

Der größte Umbau, die Rettungstreppe und die feuerpolizeilichen Vorschriften sind 2013 beendet worden. Nur war leider der Garten nicht mehr nutzbar, also stand als neues Projekt die Gartenneugestaltung an, die wir im Sommer 2015 beendeten, der Durchbruch zwischen Garten und Hof brachte uns neue Möglichkeiten im Außengelände. Die Kinder freuen sich und nutzen beide Bereiche gerne.

Bis Ende 2016, planten wir die komplette Fertigstellung unseres neuen Bewegungsraumes im Obergeschoß des Hauses. Hier war die Herausforderung, dass wir einen Dachboden im Rohbau umbauen mussten. Die Rettungstreppe haben wir vorrausschauend schon bis oben bauen lassen und auch Wasser- und Heizungsanschlüsse waren vorhanden. In vielen Arbeitsstunden wurde zuerst isoliert und dann ausgebaut.

Entstanden ist ein großer Raum zum Spielen, Toben, Tanzen und Turnen. Endlich hat auch unsere Bewegungsbaustelle, die wir Ende 2013 vom deutschen Kinderhilfswerk gespendet bekommen haben, einen Platz. Das Bad wird bis Ende Dezember fertig gestellt und so dies und das muss noch fertig gemacht werden. Der Raum ist aber schon nutzbar und wir freuen uns darüber. Die Kinder nutzen ihn gerne und oft.

Aktuell planen wir den Umbau und Neueinbau einer Gastronomie Küche. Wir kochen seit Jahren selbst, wir haben eine Köchin eingestellt und so ist unsere Haushaltsküche am Ende der Kapazität angekommen. Bis Ende Jahr müssen wir hier eine neue Küche nach allen aktuell gültigen Hygienevorschriften einbauen. Die Planungen sind fertig, die Anträge werden nun bei der Stadt gestellt und bearbeitet, wir sind gespannt wann wir loslegen dürfen.

Sie sehen, es ist viel zu tun, aber mit viel Freude und tollen Freunden und Unterstützern haben wir schon sehr viel geschafft und die Ideen gehen uns so schnell auch nicht aus.

Ich bin sehr stolz was sich entwickelt hat und freue mich auf die neuen Aufgaben.

Anja Braekow

Juli 2017

Erzieherin, Kindergartenfachwirtin, Gründerin und Leiterin von Annies Laufstall freie Kita e.V.

 

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